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Kompetenzmodell der Wahrnehmung

„Das Kompetenzmodell der Wahrnehmung“

(Das 6-Stufen-Modell der Wahrnehmung)

 

Schon wieder ein neues Modell? Warum eigentlich nicht?

 

In der langjährigen Arbeit mit geistig gehinderten und an Demenz erkrankten Menschen erlebte ich immer wieder, dass Mitarbeiter völlig überfordert waren.

Fragen wie  z. B. „Was geht nur in deren Köpfen vor?“ konnten niemals eindeutig beantwortet werden.

Für mich stellten sich dadurch zwei wesentliche Fragen:

  1. Wie erleben mental eingeschränkte Menschen ihre Umwelt?
  2. Wie wird das Wahrgenommene umgesetzt?

 

Für mich hat die Wahrnehmung seit Mai 2000 eine ganz besondere Bedeutung.

Durch die erheblichen Sehstörungen als Folge meines Schlaganfalls erführ ich die Kompensation anderer Sinneskanäle. Das Hören und der Tastsinn waren während meiner „Blindheit“ besonders ausgeprägt. Ich lernte auf  „Kleinigkeiten“ zu achten. Während meines Klinikaufenthaltes, insbesondere im „Stroke Unit“, wurde das gesprochene Wort abhängig vom Pflegepersonal aufgenommen. Ich lernte angenehme als auch unangenehme Stimmen kennen. In diesen Momenten stellt ich mir oft die Frage: „Wie werde ich eigentlich von den mir zu pflegenden, betreuenden Personen wahrgenommen?“

Auch das unabsichtliche, vielleicht auch gedankenlose Anstoßen ans Pflegebett löste bei mir Unbehagen aus. Gedanken, die ich während meines intakten Sehvermögens so nie erlebt habe. Auch wenn es für mich eine sehr schlimme Zeit war (eine Woche Doppelbilder), ich habe nur den visuellen Kanal vermisst.

Für mich hatte zu damaligen Zeitpunkt der teilweise Verlust des Sehvermögens enorme Auswirkungen auf alle Lebensaktivitäten. Ich versuche, das hier anhand der AedL´s (Krohwinkel) zu beschreiben, eine Zuordnung zu den Lebensaktivitäten (Roper), ATL´s (Juchli), Grundbedürfnissen (Henderson) oder FedL´s (Messer) ist natürlich auch möglich.


Kommunizieren: Im direkten ‚Gespräch Verlust des Blickkontakts.

Sich bewegen: Gangbild unsicher (hierbei Unterstützung durch Tasten bzw. Fremdhilfe)

Vitale Funktionen: existentielle Ängste (erhöhte RR- sowie Pulsfrequenz)

Sich pflegen: pers. Unterstützung und bedingte Kompensation durch Tasten.

Essen und Trinken: mundgerechte Zubereitung (Geschmacksverhalten, „Das Auge isst mit!“)

Ausscheiden: Der Weg zur Toilette in Verbindung mit „Sich bewegen“.

Sich kleiden: hier auch pers. Hilfe, bedingt kompensiert durch Tasten.

Ruhen und Schlafen: existentielle Ängste (wann sehe ich wieder normal, wann kann ich wieder arbeiten?)

Sich beschäftigen: Lesen? Lieblingsfernsehsendung? Die Umwelt visuell erleben?

Sich als Mann und Frau fühlen: *???* Auch wenn Freud widerspricht – hier steht die Existenz im Vordergrund!

Für eine sichere Umgebung sorgen: Wie soll das möglich sein?

Soziale Bereiche des Lebens sichern: hier auch stark eingeschränkte Kontakte durch Klinikaufenthalt.

Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen: Sehr schwierig, da ich nie zuvor ernsthaft krank war.

 

Wie erst erleben Menschen ihre Umgebung, die Einschränkungen mehrerer Sinne haben?

 

Sämtliche Lebensaktivitäten sind an die Wahrnehmung gebunden. Es gilt inzwischen als erwiesen, dass der Mensch nicht nur über die typischen fünf Wahrnehmungskanäle verfügt. Allein in der haut befinden sich Rezeptoren zum Spüren von Schmerz, Kälte, Wärme, Bewegungen, Druck usw. Hieraus folgt, dass allein der Tastsinn mit seinen vielfältigen Formen den meisten Lebensaktivitäten zugeordnet werden kann. Ohne die schätzungsweise zehn Millionen taktilen Sensoren hätten wir kein Empfinden für uns und kein Bild von uns selbst – wir wären unfähig zu leben.

Aber auch die anderen Sinne können den meisten Lebensaktivitäten zugeordnet werden.

Wenn das Gehörte bzw. Gesehene nicht richtig verarbeitet wird, kann keine sinnvolle Umsetzung stattfinden. An dieser Stelle möchte ich auf die vielen Sinnestäuschungen aufmerksam machen, die unserem Gehirn oft eine Falle stellen.

 

Motorische Fähigkeiten können nur sinnvoll ausgeführt werden, wenn eine „normale“ Verbindung zwischen Gehirn und Muskel entsteht.

Wir lernen über unsere Wahrnehmungskanäle. Nun ist es so, dass jeder Mensch individuell lernt, d. h. Person A lernt durch Hören, B durch Sehen, C vielleicht durch „Begreifen“. Aber eine Gemeinsamkeit haben alle Personen: Sie müssen verstehen können, um umzusetzen.

Aufgrund einer „falschen“ Wahrnehmung ergibt sich eine Blockade, die dazu führt, dass nicht sinnentsprechend gehandelt werden kann.

 

Ich möchte bei der Wahrnehmung zwischen 6 Kanälen differenzieren:

  1. Das Sehen (visuell)
  2. Das Hören (auditiv)
  3. Das Schmecken (gustatorisch)
  4. Das Riechen (olfaktorisch)
  5. Das „psychische Fühlen“
  6. Das „physische Fühlen“

 

Nach diesem Modell können sämtliche Krankheitsbilder „mit ihren Auswirkungen“ zugeordnet werden.

Voraussetzung für eine objektive Einschätzung ist die Beobachtung, d. h. nicht nur die medizinischen Diagnosen, sondern deren Auswirkungen müssen eingesetzt werden. Ich möchte hier einige Beispiele nennen, um das Modell zu verdeutlichen.

 

Apoplex mit Hemiparese sowie Sprach- und Schluckstörungen:

Auswirkungen auf 3, 4, 5 und 6

Diabetes mellitus mit Makro-sowie Mikroangiopathie:

Auswirkungen auf 1, 5 und 6

 

Hieraus wird deutlich, dass die Diagnosen Apoplex und Diabetes mellitus keine pflegerelevante Bedeutung haben. Nur die vielfältigen Auswirkungen lassen eine direkte Verbindung zu den 6 Wahrnehmungskanälen erkennen.

Dieses Modell erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll auch keine Konkurrenz zu den bereits bestehenden Modellen sein. Es ist lediglich ein Versuch, mit Hilfe der Wahrnehmung den Pflegebedarf zu ermitteln.

 

Kirchheim, im Juni 2007

 

© Helmut Siefert

 

 

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